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Ich will Schlafen!

Ich will Schlafen! - Helen Walsh Rachel trifft nach Jahren ihre damalige Jugendliebe wieder und bemerkt nach einiger Zeit das sie schwanger ist. Sie beschließt das Kind zu behalten und alleine großzuziehen. Sie ist Sozialarbeiterin, und hat mit vernachlässigten Jugendlichen zu tun. Wenn sie Mutter wird, möchte sie auf jedenfall alles besser machen. Dies stellt sich aber nicht so einfach heraus, auch wenn sie sich auf ihr Kind gefreut hat. Denn schnell merkt sie, dass es wohl nicht so einfach ist ein Baby zu versorgen. Helen Walsh schreibt in diesem Roman über eine Mutter, die mit extremen Schlafmangel und einer postnatalen Depression zu kämpfen hat, über die Geburt und die erste Zeit mit einem Baby. Da sie selbst zwei Jahre lang unter vollständiger Schlaflosigkeit litt, entstand so der ergreifende Roman über eine junge und alleinerziehende Mutter, deren Traum vom Kind zum Albtraum wird. Welche frischgebackene Mutter hat nicht den Wunsch einfach nur schlafen zu wollen? Mir ging es so mit meinen zwei Kindern, und anderen frischgebackenen Müttern bestimmt ebenso. Aus diesem Grund habe ich mich für dieses Buch mit dem Thema "Schlafmangel" bei BdB beworben. Das Buch hat mich ziemlich aufgewühlt. Zwar findet man ähnliche Dinge in dem Buch über sich selbst wieder, aber wiederrum wurde manches überspannt. Ich finde es zwar gut, dass sich jemand mal getraut hat eine Geburt bis ins Detail zu beschreiben, aber ein paar Dinge waren dennoch etwas übertrieben, wie z.b. das geschriebene über die "ersten" Wehen. Jede Frau erlebt diese anders, das ist klar, aber so wie Helen Walsh schreibt, dass einem die "ersten" Wehen direkt auf den Boden werfen, finde ich schon etwas übertrieben. Helen Walsh hat der Figur Rachel eine dicke Haut und viel Selbstbewusstsein gegeben. Was ich aber wiederum nicht verstanden habe, wenn sie doch als Mutter alles besser machen wollte, dass sie sich nicht ein bisschen über die Geburt oder die erste Zeit mit einem Baby informiert hat. Ich würde mal behaupten, jede schwangere Frau informiert sich doch durch Bücher, das Internet oder auch durch Freunde die schon Kinder über dieses Ereignis. Rachel hat nichts vorbereitet, geschweige denn Windeln zuhause. Das hat mich ein wenig gestört bei Rachel, wo sie doch eine intelligente und taffe Frau mit viel Selbstbewusstsein ist. Zudem nimmt sie auch keine Hilfe von jemanden an, möchte einfach alles alleine schaffen. Dann ist dort noch die Sache das Joe "nie" schläft. Rachel kann ja nicht schlafen, weil Joe angeblich nie schläft, aber wieso putzt sie dann die Wohnung anstatt sich auch hinzulegen oder wieso weckt sie ihn zum baden oder wickeln?? Das Baby zu wecken für irgendetwas wäre mir dann nicht im Traum eingefallen für sowas. Zudem würde ich sagen, dass sie dann auch nicht so bei ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin über die "unfähigen" Mütter etwas sagen darf. Denn sie selbst rennt weg wenn Joe weint, oder lässt ihn auch mal stundenlang alleine. Zudem fand ich es wiederrum traurig mitzuerleben, wie Rachel den kleinen Joe immer wieder im Stich gelassen hat. Es brodeln soviele Emotionen in einem hoch, dass man am liebsten dazwischengehen würde. Auch wenn ich zuviel negatives an dem Buch gesehen habe, fand ich es dennoch spannend zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin, und kurz vor Schluss wurde es nochmal so richtig spannend, weil ich erfahren wollte wieso Rachel nicht mehr weiß was sie getan hat damit Joe schläft, und was sie schließlich getan hat. Fazit Trotz dieser vielen negativen Dinge, vergebe ich dem Buch aber 3/5 Sternen, weil sich Helen Walsh an so ein Tabu-Thema herangewagt, und ihr Schreibstil mir auch gefallen hat.